Workforce Studie Kanton Bern

Wie viele Grundversorgerinnen und Grundversorger
gibt es im Kanton Bern?

Wie ist die Workforce dieser Ärztinnen und Ärzte?

Wo besteht ein Mangel an Haus- und Kinderärztinnen/-ärzten?

Wie sieht die Versorgung in den nächsten 5 Jahren aus?

Um diese Fragen zu beantworten, kennt die Schweiz und damit auch der Kanton Bern nur Schätzungen. Wie viele Haus- und Kinderärztinnen/–ärzte (Grundversorger) tätig sind, wie hoch ihr Arbeitspensum (Workforce) ist und wie sich diese Workforce künftig entwickeln wird ist wenig bekannt. Es existieren zwar nationale (Medizinalberuferegister MedReg. FMH-Ärztestatistik) oder kantonale Register (Berufsausübungsbewilligungen BAB), jedoch ist damit immer noch nicht definiert, welche Berufsleute auch als Grundversorger/-in tätig sind. Ebenfalls haben solche Register bisher den Mangel, dass sie untereinander nicht immer übereinstimmen (z.B. BAB und MedReg).

Schweizweite Daten sind deswegen schwierig zu erfassen und nicht unproblematisch: In einer aufwändigen Umfrage erhob das Universitäre Institut für Hausarztmedizin beider Basel 2015 den damaligen Status quo bei 1300 Mitgliedern von mfe (Haus- und Kinderärzte Schweiz, wobei hier die Kinderärzte nicht befragt wurden). Eine Projektion auf Basis dieser Erhebung ergab, dass in der Schweiz ohne Gegenmassnahmen bis 2035, 50% der Hausarztpraxen nicht mehr besetzt werden können. Diese Studie war wichtig, um Daten zum Hausärztemangel vorlegen zu können, allerdings bleibt ein genügend hoher Rücklauf eine Herausforderung. Im Kanton Thurgau wurde durch den Kantonsarzt eine Erhebung aller BAB-Besitzer durchgeführt und auf diese Weise betrug der Rücklauf fast 94%.

Abgrenzung zu bereits erfolgten und zukünftigen Erhebungen

 Die Strukturdaten der Arztpraxen und ambulanten Zentren von 2017 (MAS 2017); wurden zu statistischen (Art. 23 KVG und BStatG) sowie zu aufsichtsrechtlichen (Art. 59a KVG) Zwecken erhoben. Die MAS 2015 Daten sind nur zu statistischen Zwecken erhoben worden. Diese Daten können uns daher keine Zahlen der Ist-Situation und auch keine Hinweise auf die zukünftige Versorgung im Kanton Bern liefern.

Im Frühling 2020 wird das Universitäre Institut für Hausarztmedizin beider Basel erneut eine schweizweite Befragung mit einem leicht anderen Fokus als diese Studie machen, um einen Langzeitverlauf (15 Jahre) nach den vergangenen 3 Workforce Studien (2005, 2010, 2015) zu erhalten mit den Zielen für die 4. Workforce Studie aktuelle Daten zu erhalten zu den Arbeitszeiten, Arbeitsgewohnheiten, Motivationen und Plänen, insbesondere über ihre aktuellen und zukünftigen Arbeitspensen. Die Erhebung soll auch die Möglichkeit eröffnen, aktuelle Daten mit den ersten drei Workforce Studien zu vergleichen, Tendenzen zu erkennen und mögliche Auswirkungen der politischen Veränderungen in den letzten Jahren aufzuzeigen. Schliesslich dienen die Daten auch dazu, die Anliegen der Hausarztmedizin in Zukunft wissenschaftlich gestützt vertreten zu können.

  

Die Ziele dieser Erhebung

  1. Bestimmung der Anzahl und Workforce von Ärztinnen/Ärzten, die aktiv in der Grundversorgung als Haus- und Kinderärztinnen/–Ärzte tätig sind im Kanton Bern.
  2. Prognose der Versorgungssituation über die nächsten 5 Jahre im Kanton Bern.
  3. Identifikation von Regionen im Kanton mit einem Unterversorgungsrisiko (z.B. Gebiete mit < 1 Grundversorger/1000 Einwohner).

Daher ist das Berner Institut für Hausarztmedizin BIHAM gemeinsam mit seinen Partnern (Stiftung HaST, BEKAG, VBHK, FMH, UNZ und OBSAN) auf Ihre Mithilfe angewiesen. Ein Board mit Vertretern dieser Gesellschaften entscheidet über die Publikation der Daten (siehe Datenschutzerklärung). Nur so verstehen wir die Ist-Situation der Grundversorgung im Kanton, damit Massnahmen zur Verbesserung (z.B. Praxisassistenzprogramm) geplant und deren Erfolg gemessen werden kann.
 

Der Fragebogen besteht aus 2 Teilen

Das Ausfüllen dauert insgesamt ca. 5-10 Minuten. Wenn Sie kein Grundversorger/-in sind, brauchen wir auch Ihre Rückmeldung!

In Teil 1 erfassen wir Daten, die in Registern (z.B. MedReg) bereits öffentlich zugänglich sind. Diese Daten sind nicht immer aktuell, daher ist eine vollständige Erfassung wichtig.

Teil 2 wird irreversibel anonymisiert ausgewertet und nur in aggregierter Form (z.B. %) präsentiert. Ein Rückschluss auf Ihre Person ist daher nicht möglich.

Hier finden Sie die Datenschutzerklärung.